Hinter den Kulissen: 5 Fragen an den Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes

Wir haben mit zwei Kapitänen, die regelmäßig für mydays unterwegs sind, über ihren außergewöhnlichen und traumhaften Beruf gesprochen.

Die unendliche Weite des Meeres, aufregendes Entertainment an Bord und kulturelle Highlights entdecken. Viele träumen davon, einmal im Leben eine Kreuzfahrt zu erleben. Mit mydays und DFDS Seaways kann nun jeder Kreuzfahrtluft schnuppern. Innerhalb von 3 Tagen geht es beispielsweise von Amsterdam nach Newscastle oder von Kopenhagen nach Oslo. Regelmäßig unterwegs auf diesen Strecken sind die beiden Kapitäne Jesper Bern von der PRINCESS SEAWAYS und Ingimar Tór Thomsen von der KING SEAWAYS. Sie geben uns in diesem Beitrag einen spannenden Einblick hinter die Kulissen eines Kreuzfahrtschiffes und in den Traumberuf Kreuzfahrtkapitän.

Hallo! Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, uns ein paar Fragen zu beantworten. Kommen wir auch gleich zur ersten Frage. Was viele unserer Gäste interessiert, ist, wie Ihr zur Seefahrt gekommen seid?

Ingimar Tór Thomsen, der Kapitän der KING Seaways:

„Ich komme von den Färoer Inseln und lebe in einem kleinen Dorf in der Nähe vom Meer, welches den Traum ein echter Seemann zu sein seit meiner Kindheit sehr geprägt hat. Ich habe meine Karriere auf See als Matrose auf einem Fischerboot begonnen, mit welchem ich von den Färöer-Inseln bis zur Barentssee, Neufundland, Grönland, Island und dem Gebiet um die Azoren gefahren bin.

Nach Beendigung der Seefahrtsschule 1998 begann ich als Offizier auf einem Küstenschiff an der Ostküste der USA zu arbeiten und segelte zwischen den verschiedenen Häfen hin und her. Im Jahr 2000 hatte ich das Glück bei DFDS meine Karriere zu starten und habe hier über einige Jahre sehr viel Erfahrung sammeln können. Von 2006 bis 2010 bin ich wieder in meine Heimat, die Färöer-Inseln, zurückgekehrt und segelte auf einer Fähre zwischen den Färöer-Inseln, Island, Norwegen und Dänemark. Danach kehrte ich zu DFDS zurück und bin heute der Kapitän auf der KING SEAWAYS. Ich muss wirklich zugeben, dass ich meine Arbeit liebe. :-)“

Kapitän Jesper Bern von der PRINCESS Seaways:

„Da gibt es fast nichts hinzuzufügen. Ich hatte das große Glück zum Kapitän ernannt zu werden, als ein älterer Kapitän in Rente gegangen ist. Seitdem bin ich von der Brücke nicht mehr wegzudenken.“

Abgesehen von den vielen Aufgaben, die auf der Brücke auf Euch warten, wie läuft ein typischer Tag als Kapitän an Bord ab?

Die Kapitäne erzählen uns, dass der Tag mit einem Glas frisch gepressten Orangensaft und kleinen Besprechungen mit den Offizieren startet. Dann beginnt das Ankunftsmanöver und wenn das Schiff sicher festgemacht ist, müssen einige administrative Aufgaben erledigt werden. Einmal in der Woche findet eine Sicherheitsübung für alle Crewmitglieder statt, wo wir den Gebrauch von Rettungsbooten, Rettungsinseln sowie die Reaktion bei einem Feuer üben.

„Als Kapitän ist man auch für das Wohl der gesamten Besatzung verantwortlich“, erzählt uns Ingimar Tór Thomsen. „Im Fall, dass Probleme in Bezug auf die Arbeitsrechte aufkommen, muss ich sofort dafür sorgen, dass es eine Lösung gibt.

Gegen Abend ist dann das Abfahrmanöver und wenn das Schiff sicher auf dem Weg zum nächsten Anlaufhafen ist, gibt es wieder Papierkram der erledigt werden muss. Am Ende des Tages bleibt dann noch ein wenig Zeit, um vor dem Fernseher zu entspannen, ins Fitnessstudio zu gehen oder mit meinem Kabinennachbarn zu plaudern.“

So ein Arbeitsalltag als Kapitän hängt auch sehr von den Wetterverhältnissen und den Passagieren ab. Während des Winters verbringt ein Kapitän mehr Zeit auf der Brücke, während die Prioritäten im Sommer wiederrum hauptsächlich bei passagierbezogenen Angelegenheiten liegen, erzählen uns die beiden Schiffsführer.

Ist es denn für Passagiere möglich die Brücke zu besichtigen?

„Die Brücke ist das Kommandozentrum, also sozusagen das Gehirn des Schiffes“, erläutert Kapitän Thomsen mit einem Grinsen, „daher ist er ein geschlossener Bereich und aus Sicherheitsgründen leider nicht zugänglich.“

Haben Sie die Erlaubnis Paare zu verheiraten? Wenn ja, haben Sie dies während Ihrer Zeit bei DFDS schon mal gemacht?

„Nein, diese Erlaubnis haben wir schon seit längerer Zeit nicht mehr“, antwortet Jesper Bern. „Jedoch hat ein Kollege von mir vor einigen Jahren ein glückliches Paar von der Crew während eines Weihnachtsaufenthalts verheiratet. Bei offiziell bereits verheirateten Paaren darf der Kapitän eine inoffizielle Zeremonie an Bord durchführen. Dies ist jedoch nur mit einer Genehmigung des Unternehmens möglich.“

Was war Euer schönstes Erlebnis an Bord während einer Überfahrt?

Beide kommen bei dieser Frage ins Grübeln und sind sich einig, dass es sehr viele schöne Überfahrten auf den verschiedenen Strecken, die hinter ihnen liegen gab und es ist so gut wie unmöglich nur eine Einzige zu nennen. Vor allem aber die Überfahrten bei gutem Wetter und mit glücklichen Passagieren sind die schönsten und beide hoffen auf viele, viele weitere dieser Art!

Für Kapitän Thomsen ist eine Überfahrt der PEARL SEAWAYS besonders in seiner Erinnerung verankert, die er wie folgt beschreibt:

„Eine Frau erlitt kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Oslo einen Herzinfarkt und musste reanimiert werden. Wir forderten einen Hubschrauber an, der sie dann in ein Krankenhaus in Oslo brachte. Ich realisierte erst was passiert war, als ich wieder in meiner Kabine war und begann darüber nachzudenken. Zwei Tage später wurde ich von ihrem Ehemann kontaktiert, der sich bei mir persönlich bedankte. Auch heute noch, wenn ich daran denke, erfüllt es mich mit innerlicher Wärme.“

Wir bedanken uns nochmals recht herzlich bei unseren Kapitänen für die ausführlichen Antworten, mit denen wir einen tollen Einblick in die Arbeit eines richtigen Kapitäns erhalten haben!

Hast Du nun auch Lust, einmal mit Deinem Lieblingsmenschen Meeresluft zu schnuppern? Dann komm an Bord bei einer Mini-Kreuzfahrt für zwei!

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